Otto Reutter, eigentlich Otto Pfützenreuter, war ein deutscher Komiker.


Geboren am 24.04.1870 als Sohn eines Ulanen, stammte er aus einer armen katholischen Familie.
Reutter besuchte die einklassige, katholische Volksschule in Gardelegen von 1876 bis 1884 und
absolvierte eine Lehre als kaufmännischer Gehilfe von 1884 bis 1889, die er mehrmals abbrach.
Nach Abschluss der Lehre riss er 1889 nach Berlin aus und verdiente sich als Charge an
Schmierentheatern, versuchte sich als Schauspieler und als Komiker in kleinen Berliner Theatern.

1890 verschlug es ihn nach Karlsruhe, wo er sich alsbald einer Truppe von
Wirtshaussängern und -komikern anschloss und Schreiber und Expedient wurde.

1895 wagte er wahrscheinlich im schweizerischen Bern einen ersten Auftritt als "Salonhumorist".
Im Jahr darauf hatte er dann in Berlin, am Apollotheater, seinen endgültigen Durchbruch. Hierbei
wirkte insbesondere sein Talent, komisch-pointierte Verse in eingängigen Melodien im Sprechgesang
vorzutragen und dabei selbst durch seine Erscheinung ironisch-komisch zu wirken. Ebenfalls
im Jahre 1896 heiratet er Olga Nock und sein Sohn Otto wird geboren. Ab 1899, nach einem
schicksalhaften Auftritt im "Wintergarten-Variete" des Berliner Central-Hotels, gehörte Reutter
zu den umjubelten Stars und konnte sich in den folgenden Jahrzehnten durch großes Talent und
großen Fleiß an der künstlerischen und finanziellen Spitze der deutschen Kleinkunstbühnen-Artisten halten.

1904 wird seine Ehe mit Olga Nock wird geschieden. 1908 entstehen Stummfilme, u.a. „Otto heiratet“.
1909 hat er ein Gastspiel in Wien und 1915 übernimmt er die Direktion des Palasttheater am Zoo in Berlin.

1916 fällt sein Sohn Otto, mit 20 Jahren, in Verdun.

Überanstrengt und durch persönliche Schicksalsschläge gezeichnet, wollte sich Reutter 1919 nach dreißig
harten Berufsjahren mit einem Millionenkonto in den Ruhestand begeben. Angetrieben durch eigenen Ehrgeiz
und die Notwendigkeit, als frischgebackener Ehemann, er heiratete 1919 die 20 Jahre jüngere Evi Bendrin,
in unsicheren Zeiten Geld zu verdienen, schuf Reutter jedoch in unermüdlicher Rastlosigkeit ab 1919
sein "Alterswerk" - von Humor und Melancholie, Lebensweisheit und altersmilder Naseweisheit
gekennzeichnete Couplets, die noch heute zum Bestandteil des deutschen Humors für gehobene Ansprüche gehören.
In seinen Couplets sah er nicht nur gesellschaftliche Ereignisse voraus, sie spendeten auch
Trost in Zeiten der Entbehrung.

In den zwanziger Jahren trat Otto Reutter mit seinen Couplets auf, die heute noch bekannt sind,
und u.a. von Peter Frankenfeld, Robert Kreis und anderen Interpreten vorgetragen und umgesetzt werden.
Insgesamt hat er über 1000 Couplets verfasst. 1925 werden erste Rundfunkaufnahmen produziert.

Erkrankt und erschöpft starb Otto Reutter am 03.03. 1931 in Düsseldorf und wurde in Gardelegen beigesetzt.